Lerne kollaborative Modellierungsmethoden kennen und schaffe ein gemeinsames Verständnis von Prozessen und Anforderungen.
Viele Missverständnisse in der Softwareentwicklung entstehen nicht erst bei der Implementierung. Sie entstehen lange vorher: Beteiligte verwenden dieselben Begriffe für unterschiedliche Dinge, betrachten einen Prozess aus verschiedenen Perspektiven oder setzen Annahmen voraus, die nie gemeinsam überprüft wurden.
Collaborative Modelling bringt die relevanten Menschen zusammen und macht ihre unterschiedlichen Sichtweisen sichtbar. Statt Anforderungen lediglich zu dokumentieren, entwickeln Fachleute, Produktverantwortliche und technische Beteiligte gemeinsam ein Modell des Problems und der fachlichen Zusammenhänge.
Die entstehenden Modelle dienen nicht in erster Linie der Dokumentation. Sie sind Werkzeuge für gemeinsames Denken, gezielte Diskussionen und fundierte Entscheidungen. Sie helfen dabei, implizites Wissen offenzulegen, Widersprüche zu erkennen und ein gemeinsames Vokabular zu entwickeln.
In dieser Schulung lernst du verschiedene Methoden des Collaborative Modelling kennen und wendest sie unmittelbar an. Du erfährst, welche Fragestellungen sich mit welcher Methode bearbeiten lassen, wie sich die Methoden miteinander kombinieren lassen und wie aus den Ergebnissen konkrete nächste Schritte entstehen.
Im Mittelpunkt steht nicht das Erlernen möglichst vieler Notationen. Entscheidend ist die Fähigkeit, eine Gruppe beim gemeinsamen Erkunden, Verstehen und Konkretisieren einer fachlichen Fragestellung zu unterstützen. So entstehen belastbare Grundlagen für Produktentwicklung, Architektur und Umsetzung.
Die Methoden des Collaborative Modelling betrachten unterschiedliche Aspekte einer fachlichen Fragestellung. Manche helfen dabei, einen Geschäftsprozess in seiner Gesamtheit zu erkunden. Andere richten den Blick auf konkrete Arbeitsabläufe, Nutzerbedürfnisse oder einzelne Anforderungen.
Mit Architectural Roleplay werden zunächst Rollen, Verantwortlichkeiten und Interaktionen erfahrbar. Event Storming macht anschließend sichtbar, welche fachlichen Ereignisse auftreten, wodurch sie ausgelöst werden und welche Entscheidungen den Prozess beeinflussen.
Domain Storytelling vertieft ausgewählte Abläufe aus Sicht der beteiligten Menschen. User Story Mapping strukturiert Nutzerziele und wertstiftende Aktivitäten, während Example Mapping einzelne Anforderungen anhand konkreter Regeln und Beispiele schärft.
In der Schulung werden die Methoden deshalb nicht als voneinander getrennte Werkzeuge behandelt. Du lernst, zwischen Überblick und Detail zu wechseln, Ergebnisse einer Methode als Ausgangspunkt für die nächste zu verwenden und nur so weit zu modellieren, wie es für die aktuelle Fragestellung sinnvoll ist.
Dadurch entsteht kein starres Vorgehensmodell, das unabhängig vom Kontext abgearbeitet wird. Stattdessen entwickelst du die Fähigkeit, Methoden bewusst auszuwählen und zu einer passenden Modellierungsstrategie zu verbinden.
Die Schulung verbindet kurze fachliche Impulse mit intensiver praktischer Arbeit. Jede Methode wird zunächst anhand ihrer Zielsetzung und typischen Einsatzsituation eingeordnet. Anschließend wenden die Teilnehmenden sie selbst an und reflektieren gemeinsam die entstandenen Modelle.
Als durchgängiges Fallbeispiel dient das fiktive Start-up Produce Paradise. Die Teilnehmenden übernehmen unterschiedliche Rollen und arbeiten gemeinsam daran, das Geschäftsmodell, den geschäftskritischen Prozess und die daraus entstehenden Anforderungen zu verstehen.
Zu Beginn erkundet die Gruppe mit Architectural Roleplay die beteiligten Rollen, ihre Verantwortlichkeiten und ihre Interaktionen. Mit Event Storming entsteht anschließend ein gemeinsames Bild der fachlichen Ereignisse, Entscheidungen und übergreifenden Abläufe.
Domain Storytelling wird eingesetzt, um ausgewählte Prozesse zu vertiefen und unterschiedliche Sichtweisen auf die tatsächlichen Arbeitsabläufe zusammenzuführen. Mit User Story Mapping werden Nutzerziele, Aktivitäten und mögliche Produktinkremente strukturiert.
Example Mapping konkretisiert schließlich ausgewählte Anforderungen anhand von Regeln, Beispielen und offenen Fragen. Zum Abschluss vergleichen wir die Methoden systematisch und entwickeln Vorgehensweisen für ihren Einsatz im eigenen Arbeitskontext.
Der genaue Verlauf orientiert sich am Erkenntnisprozess der Gruppe. Entscheidend ist nicht, einen vorgegebenen Ablauf mechanisch abzuarbeiten, sondern die Methoden bewusst auszuwählen und für die jeweilige Fragestellung wirksam einzusetzen.
Diese Schulung richtet sich an Menschen, die gemeinsam komplexe fachliche Fragestellungen verstehen und in wirksame Software überführen müssen.
Besonders geeignet ist sie für Product Owner, Produktmanager:innen, Business-Analyst:innen, Requirements Engineers, Softwarearchitekt:innen, Softwareentwickler:innen, UX- und Service-Designer:innen, fachliche Expert:innen, Prozessverantwortliche, Gründer:innen und technische Entscheider:innen.
Auch Agile Coaches und Workshop-Moderator:innen profitieren von der Schulung, wenn sie fachliche Klärungs- und Entscheidungsprozesse wirksamer strukturieren möchten.
Den größten Nutzen entfaltet das Format in fachlich und technisch gemischten Gruppen. Unterschiedliche berufliche Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht, weil genau diese Unterschiede im gemeinsamen Modell sichtbar und produktiv bearbeitbar werden.
Für die Teilnahme sind weder Programmierkenntnisse noch Erfahrungen mit bestimmten Modellierungsnotationen erforderlich.
Hilfreich sind praktische Erfahrungen in der Produkt- oder Softwareentwicklung, Interesse an fachlichen Prozessen und die Bereitschaft, sich aktiv an der gemeinsamen Modellierung zu beteiligen.
Vorkenntnisse in Domain-Driven Design, agiler Produktentwicklung, Business-Analyse oder Requirements Engineering können den Einstieg erleichtern, sind aber keine Voraussetzung.
Entscheidend ist die Offenheit, unterschiedliche Perspektiven zu erkunden, bestehende Annahmen infrage zu stellen und Modelle als vorläufige Werkzeuge für gemeinsames Lernen zu verstehen.
Bringe fachliche und technische Perspektiven zusammen und schaffe eine belastbare Grundlage für Produktentwicklung, Architektur und Umsetzung.
Dauer: 3 Tage
4.-6. Aug. 2026, jeweils 10:00-12:00 und 15:00-17:00 (MESZ)
Anmeldefrist: 21. Juli 2026
Dauer: 3 Tage
Voraussichtlich im August 2027. Wir sagen dir gerne Bescheid, wenn wir den Termin festgelegt haben.
Dauer: 2-3 Tage
Dein Wunschtermin, beliebige Teilnehmeranzahl. Entweder über Zoom oder über deine bevorzugte Videokonferenzsoftware.
Dauer: 2-3 Tage
Dein Wunschtermin, beliebige Teilnehmeranzahl. Bei dir im Unternehmen oder an deinem Wunschort.